Augsburg Halbbatzen 1637
 
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Währungsrelationen zur Kreuzerzeit in Bayern
 
     
  B. Schilling, Groschen, Kreuzer, Taler  
     
  Zwischen dem Gulden fl und dem Pfennig d (abgeleitet von denar) gab es als weitere Einheit den Schilling ß. Wie der Rechnungsgulden war auch er zunächst nur eine reine Zählgröße im Wert von 12 Pfennigen. Eine Münze im Wert von 12 Pfennigen kam erst durch den Groschen auf, der sich von Böhmen aus über das ganze Land verbreitete. Später gab es auch Groschen zu 10, 9, 7 und 5 Pfennigen. Der Zwölfergroschen war aber dominierend.  
     
 

1 Gulden = 20 Schilling = 20 Groschen = 240 Pfennig = 480 Heller

 
     
  Durch die Reichsmünzordnung von 1524 wurde der Gulden gesetzlich um 12 Pfennig höher bewertet. Diese Relation galt zeitweise schon ab 1484.  
     
 

1 Gulden = 21 Groschen = 252 Pfennig

 
     
 

Woher kommt nun aber der Kreuzer ? Um etwas bezahlen zu können brauchte man nicht nur Rechnungsgrößen sondern auch konkrete Münzen, deren Wert, ausgedrückt in den Rechnungsgrößen, man allerdings kennen musste. In Bayern und besonders in Franken, da hier keine eigene Münzpolitik betrieben wurde, kursierten eine Vielzahl von Münzen der Nachbarländer. Man bezahlte seine Rechnungen, die auf Gulden, Schillinge, Groschen und Pfennige lauteten, z.B. mit sächsischen Groschen, schwäbischen Batzen oder österreichischen Kreuzern. Es war so, als wenn wir heute unsere Rechnungen in Euro mit Dollars, englischen Pfund, Schweizer Franken usw. bezahlen müssten. Vergiss aber bitte nicht, damals gab es noch kein Papiergeld. Man musste wissen, was die umlaufenden Münzen in den Rechnungsgrößen wert waren und man musste gut rechnen können, wollte man nicht betrogen werden.

Aber zurück zum österreichischen Kreuzer, dieser Kreuzer hatte ein besondere Bedeutung, da er als kaiserliche Münze weit verbreitet war. 1550 wurde der Wert des Kreuzers (abgekürzt kr oder xr) so festgelegt, dass 60 Kreuzer auf einen Gulden gingen.

Der Kreuzer begann im Süden allmählich den Groschen abzulösen. Dabei verdrängte er auch den Pfennig, der nur noch zum Kennzeichnen von Teilen des Kreuzers beibehalten wurde. Aber man rechnete auch mit viertel, halben und dreiviertel Kreuzern. Der von Österreich übernommene Kreuzer hätte von dort auch den österreichischen Pfennig zu 1/4 Kreuzer mitbringen sollen. Man blieb aber bis etwa 1660/80 bei dem Pfennig der 1/252 Gulden wert war und so gar nicht zur Einteilung des Guldens in 60 Kreuzer passte. Erst ab etwa 1680 gabe es einen Pfennig von dem genau 4 Stück auf einen Kreuzer gingen und damit wieder, wie früher, 240 auf einen Gulden. Im Süden des Reiches setzte sich also allmählich folgende Relation durch:

 
     
 

1 Gulden = 60 Kreuzer = 252 Pfennig bis etwa 1660
1 Gulden = 60 Kreuzer = 240 Pfennig ab etwa 1680

 
     
  Sammelst Du Briefmarken? Vielleicht sogar welche von Bayern? Dann weißt Du sicherlich, dass im 19.Jahrhundert in den Staaten im Norden Deutschlands die Talerwährung und im Süden die Guldenwährung galt. In welchem Verhältnis stehen nun Taler und Gulden zueinander? Benannt ist der Taler nach einer Münze die in Joachimsthal ausgeprägt wurde. Der Taler sollte ursprünglich eine dem Gulden aus Gold gleichwertige Silbermünze werden. Er nahm jedoch sehr bald einen etwas größeren Wert als der Gulden an, der inzwischen selbst zur Silbermünze geworden war. Auch beim Taler interessieren uns nicht die verschiedenen Münzausprägungen, die diesen Namen tragen, sondern nur die Funktion des Talers als Zählgröße für Geldbeträge.

1551 wurde der Wert des Talers auf 72 Kreuzer festgelegt. Dieser Wert sank 1566 auf 68 Kreuzer, erreichte aber dann um 1580 den Wert von 90 Kreuzer. Dabei blieb es im südlichen Deutschland fast überall.

 
     
 

1 Taler = 1 1/2 Gulden = 90 Kreuzer = 360 Pfennig
1 Gulden = 2/3 Taler = 60 Kreuzer = 240 Pfennig

 
     
 
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Diese Seite wurde zuletzt am Freitag 1 Mai, 2009 0:25 geändert.
© 2002 Wolfgang Appell

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Kaufbeuren Groschen 1553
I. 
Die Währungsverhältnisse in Bayern vor 1810
   
  A. Der Reichsgulden
B. Schilling, Groschen,
    Kreuzer, Taler
C. Die Fränkische Währung
   
II. 
Die Währungsverhältnisse in Bayern nach 1810
   
  A. Münzmark und Münzfuß
B. Umlaufende Münzsorten
    und ihr Wert
C. Der Dukaten
   
III. 
Der Sortenzettel
   
IV. 
Vergleich Münzwerte Europa - Bayern 1842
   
V. 
Kaufkraft des Rechnungsguldens
   
Würzburg Schilling
Gottfried IV Schenk v. Limpurg 1443-55 Wappen / St.Kilian
Straubing 1/2 Batzen 1509