Bayern 1 Gulden 1841
 
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Währungsrelationen zur Kreuzerzeit in Bayern
 
     
  II. Die Währungsverhältnisse in Bayern nach 1810  
     
  A. Münzmark und Münzfuß  
     
  Als 1810 das Fürstentum Bayreuth an Bayern kam, war eine weitere Währungsumstellung nicht mehr erforderlich, denn in Bayern galt ja schon seit langer Zeit die rheinische Währung. Den Zusatz "rheinisch" lasse ich in Zukunft weg und ich spreche auch nicht mehr vom Reichsgulden sondern nur noch vom Gulden.  
     
 

1 Gulden = 60 Kreuzer = 240 Pfennig = 480 Heller

 
     
  Diese Guldenwährung wurde nach der Reichsgründung 1871 durch die Markwährung ersetzt. Sie galt ab etwa 1873 einheitlich im ganzen Deutschen Reich.  
     
 

1 Mark = 100 Pfennig

 
     
  Dieser neue Pfennig ist natürlich ein anderer als derjenige von denen 4 Stück auf einen Kreuzer gehen. Die Währungsumstellung erfolgte in folgendem Verhältnis:  
     
 

1 Gulden = 1 5/7 Mark = 1,71 Mark

 
     
  Eine Zeit lang behielt man neben der Markwährung auch den Begriff Taler bei und zwar mit dem feststehenden Wert:  
     
 

1 Taler = 3 Mark

 
     
  Es handelt sich hier aber nicht um den schon oft erwähnten Reichstaler, der 1 1/2 Gulden wert war, sondern um den norddeutschen Taler, der 1 3/4 Gulden galt.

Wir sind jetzt in einer Zeit (ab 1837) in der ein ausgemünzter bayerischer Gulden auch ein Gulden wert war, aber es liefen auch noch eine große Zahl älterer Münzen um. Außerdem konnte man auch seine Rechnungen mit Münzen der Nachbarländer begleichen. Hier musste man aber die Wertrelation zum Gulden kennen. Papiergeld spielte noch keine Rolle, obwohl es schon Banknoten gab, die auf bayerische Gulden lauteten. Um das Weitere zu verstehen müssen wir uns leider erst mit Begriffen wie "Münz-Mark", "feine Mark", "rauhe Mark", "Münzfuß", "Loth" und "Karat" beschäftigen.

Die Münzmark ist die Haupteinheit des Münzgewichtes:
 
     
 

1 Münzmark = 233,855 g

 
     
  Bei Gold wird die Münzmark in Karat eingeteilt:  
     
 

1 Münzmark = 24 Karat = 288 Grän (Einzahl Gran)

 
     
  Bei Silber wird die Münzmark in Loth eingeteilt:  
     
 

1 Münzmark = 16 Loth
1 Loth = 16 Pfenniggewicht
1 Pfenniggewicht = 17 Aß = 256 Richtpfennige

 
     
  Reines Gold oder Silber nennt man jenes, dem kein anderes Metall beigemengt ist; hingegen nennt man Gold oder Silber legiert, wenn es einen Zusatz von anderen Metallen, gewöhnlich Kupfer, hat. Eine Mark reinen Goldes oder Silbers nennt man eine feine Mark. Eine Mark legiertes Gold oder Silber heißt rauhe Mark. Die feine Mark Gold enthält daher 24 Karat reines Gold und die feine Mark Silber 16 Loth reines Silber. Wenn eine rauhe Mark Silber so zusammengesetzt ist, dass sie z.B. nur 13 Loth reines Silber und die übrigen 3 Loth Kupfer enthält, so nennt man dieses Silber 13-löthig. Obwohl diese Mark 16 Loth wiegt, hat sie nicht mehr Wert als 13 Loth reines Silber. So hat z.B. 11-löthiges Silber den Wert von 11/16 Mark feines Silber.

Ebenso nennt man Gold 22- (oder 18- oder 14-) karätig, wenn die rauhe Mark 2 (oder 6 oder 10) Karat Zusatz an Kupfer oder Silber enthält. Auch hier wird nur der Goldgehalt gerechnet. Eine rauhe Mark 14-karätiges Gold hat daher den Wert von 14/24 Mark feinen Goldes.

Unter Münzfuß versteht man das zahlenmäßige Verhältnis, nach dem bestimmte Münzeinheiten aus der Gewichtseinheit des Münzmetalls ausgeprägt werden. In Bayern gilt seit 1837 der 24 1/2 Guldenfuß, d.h. aus einer Mark feinen Silbers werden 24 1/2 Gulden ausgeprägt oder umgekehrt 1 Gulden enthält 1:24 1/2 = 2/49 Mark reines Silber. Um den Münzen eine größere Haltbarkeit zu geben wurde dem Silber noch Kupfer zugesetzt, d.h. jeder Gulden enthielt 9/10 reines Silber und 1/10 Kupfer. Rechnet man dies in Gramm um enthält ein bayerischer Gulden ab 1837 9,5451 g Silber und 1,06 g Kupfer.

Folgende Staaten des deutschen Zollvereins haben ebenfalls 1837 den 24 1/2 Guldenfuß eingeführt: Württemberg, Hessen-Darmstadt, Nassau, Sachsen Meiningen, Hohenzollern-Sigmaringen u. Hechingen, Schwarzburg-Rudolstadt (Oberherrschaft), Hessen-Homburg und die freie Stadt Frankfurt.

Nach dem 14 Talerfuß (= 24 1/2 Gulden) rechnen dagegen: Preußen, Königreich Sachsen, Kurfürstentum Hessen, die Großherzoglich Sächsischen und die herzoglich Sachsen-Altenburgischen Lande, Sachsen-Coburg und Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt (Unterherrschaft), Schwarzburg-Sondershausen und die Reußischen Lande.
 
     
 
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Diese Seite wurde zuletzt am Freitag 1 Mai, 2009 0:28 geändert.
© 2002 Wolfgang Appell

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I. 
Die Währungsverhältnisse in Bayern vor 1810
   
  A. Der Reichsgulden
B. Schilling, Groschen,
    Kreuzer, Taler
C. Die Fränkische Währung
   
II. 
Die Währungsverhältnisse in Bayern nach 1810
   
  A. Münzmark und Münzfuß
B. Umlaufende Münzsorten
    und ihr Wert
C. Der Dukaten
   
III. 
Der Sortenzettel
   
IV. 
Vergleich Münzwerte Europa - Bayern 1842
   
V. 
Kaufkraft des Rechnungsguldens
   
Bayern 6 Kreuzer 1816
 
Bayern 1/2 Gulden 1845
Ludwig I 1825 - 1845