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Monatliche Pension
 
Feldwebel, 1ter Wachtmeister, Oberfeuerwerker, Stabstrompeter, Ordonannz im Kriegsministerium, Bediente im Cadetten-Corps
 
 
fl.
kr.
1. Classe
10
2. Classe
7
30
Wittwe
5
Kind
3
 
Auditoriats-Actuar
 
 
fl.
kr.
1. Classe
10
2. Classe
7
30
Wittwe
4
Kind
3
 
Sergeant, Fechtmeister, Profos
 
 
fl.
kr.
1. Classe
7
30
2. Classe
5
Wittwe
3
30
Kind
3
 
Corporal, Hoboist, Trompeter 1ter und 2ter Classe, Bataillons-Tambour
 
 
fl.
kr.
1. Classe
7
2. Classe
4
30
Wittwe
3
Kind
3
 
Soldaten aller Waffen, Hornisten 2. Classe, Tambour etc.
 
 
fl.
kr.
1. Classe
5
2. Classe
2
30
Wittwe
2
30
Kind
3
 

Anmerkungen:

1) Gänzliche Erwerbsunfähigkeit oder wenigstens 15 Dienstjahre, die Feldzugsjahre doppelt gerechnet, begründen die Ansprüche auf eine Pension erster Classe.

2) Die Wittwen und Waisen der vor dem Feind Gebliebenen oder an ihren Wunden Gestorbenen erhalten die Pension des um eins höheren Grades, als der des Verstorbenen war.

3) Die Knaben (Waisen) beziehen die Pension bis zum vollendeten 13ten, die Mädchen bis zum vollendeten 15ten Jahre. Dann erhalten die Knaben noch 30 fl. und die Mädchen 20 fl. Abfertigung. Erlernt ein Knabe eine Kunst oder ein Handwerk, so dürfen noch weitere 60 fl. Lehrgeld und 48 fl. Unterstützung bezahlt werden.

4) Die erworbene Medaillen-Zulage wird in jeder der 3 Versorgungsclassen fortbezogen.

 

Beiträge zur Wittwen-Casse

Jeder Feldwebel oder in diesem Range stehende zahlt jedes Quartal 22 kr. 4 hl. und bei Verehelichung 45 fl.

Jeder Auditoriats-Actuar zahlt jedes Quartal 18 kr. und bei Verehelichung 36 fl.

Jeder Sergeant oder in gleichem Range stehende zahlt jedes Quartal 13 kr. 4 hl. und bei Verehelichung 27 fl.

Jeder Corporal oder in gleichem Range stehende zahlt jedes Quartal 11 kr. 2 hl. und bei Verehelichung 22 fl. 30 kr.

Jeder Gefreite und Gemeine oder in gleichem Range stehende zahlt jedes Quartal 6 kr. und bei Verehelichung 12 fl.

 

Anmerkungen:

1) Bei jeder Beförderung haben die Verheiratheten den Mehrbetrag der neuen Löhnung 3 Monate hindurch zu entrichten.

2) Die Heiraths-Caution ist für Unteroffiziere und Soldaten zu 600 fl. festgesetzt.

 
Rechnen mit Spaß lernen

 

Königl. Bayer. Armee-Mathematik

Lösungen

 
     
 
A1:   1 Viertel 1 Mäßlein und 1 48/120 Dreißiger; je nach dem mit welchen Werten du rechnest, bekommst du ein anderes Ergebnis in Litern. Nimmst du meine gerundeten Werte am Heftrand bekommt 1 Pferd pro Woche 22,47 Liter Hafer. Rechnest du ungerundet vom Scheffel her, dann kommst du auf 24,32 Liter.
     
A2:   31 744 Kugeln
     
A3:   Die Portion besteht aus 9 11/25 Loth Fleisch ( = 165,2 g) und 1 Mäßlein und 14/75 Dreißiger Mehl (= 2,54 Liter).
     
A4:   Für die 112 Tage braucht man 744 Zentner 80 Pfund Fleisch (= 41 708,8 kg, vergiss nicht, es handelt sich um bayerische Pfund zu 560 g), 886 Scheffel und 4 Metzen Mehl (= 197150 1/3 Liter), sowie 709 Schenkeimer und 20 Maß Branntwein (= 45496,64 Liter).
     
A5:   Man braucht 3 Zentner und 75 Pfund Pulver (= 210 kg), sowie 11 Zentner und 25 Pfund Blei (= 630 kg)
     
A6:   Der Verschlag wiegt insgesamt 1 Zentner 41 Pfund und 9 Loth (= 79,1175 kg).
     
A7:   Es können 448 Patronen gemacht werden.
     
A8:   Man braucht 103 Wägen (heute sagt man natürlich Wagen).
     
A9:  

der 3te erhielt 206 fl. 6 kr.
der 4te erhielt 185 fl. 24 kr.
der 5te erhielt 164 fl. 42 kr.
der 6te erhielt 144 fl.

     
A10:   262 fl und 2 1/2 kr. in 1655 Tagen
     
A11:   169 Kronentaler 21 kr. 5 hl.
     
A12:   Das 1. Angebot ist vorteilhafter und man erspart 229 fl. und 4 kr.
     
A13:   36 Ellen
     
A14:   33 1607/2198 Ellen
     
A15:   56 fl. 18 kr.
     
A16:   1 Zentner 2 6/7 Pfund
     
A17:   9 fl. 15 kr. 2 4/5 hl.
     
A18:   1 fl. 5 kr. 5 hl.
     
A19:   33 fl. 36 kr.
     
A20:   33 fl. 20 kr.
     
A21:   20 fl. 4 kr.
     
A22:   27 kr. 7 1/33 hl.
     
A23:   14 1/4 Ellen
     
A24:   8 Panatalons und 2 11/36 Ellen Rest
     
A25:   13 Minuten und 27 6/19 Sekunden
     
A26:   Auf 1 Poststunde kommen 5444 1/7 Schritte und auf eine Achtelsäule
680 29/56 Schritte
     
A27:   ----
     
A28:   8 Stunden 18 Minuten und46 Sekunden
     
A29:   a) 3 19/22 Meilen b) in 8 Stunden und 9 3/17 Minuten
     
A30:   um 6 Uhr 45 Minuten abends
     
A31:   12 1/20 Tage
     
A32:   1 Ballen 7 Rieß 7 Buch 5 1/3 Bogen
     
A33:   5 Pfund 23 Loth 7/79 Quint
     
A34:   14 Zentner 6 Pfund 8 Loth Pulver und 40 Zentner 50 Pfund Blei
     
A35:   7 Pfund 26 Loth 2 49/100 Quint
     
A36:   die Muskete ist 167 73/81 mal schwerer
     
A37:   die Ladung ist 25/81 vom Gewichte der Kugel
     
A38:   7 kr. 6 2/5 hl. bei den 24 Pfünder Kugeln und 12 kr. 4 4/5 hl. bei den 12 Pfünder Granaten
     
A39:   Der Schuss kostet 5 fl. 49 kr. 11/15 hl. Die Tageslöhnung eines einfachen Soldaten war damals etwa 10 kr. So ein Schuss kostete also mehr als einen Monats-Sold. Krieg spielen war schon immer teuer!
     
A40:   102 fl.
     
A41:   7 fl. 12 kr.
     
A42:   2 fl.
     
A43:   5 fl. 25 kr. 1 9/31 hl
     
A44:   542 fl. 46 kr. 4 12/13 hl.
     
A45:   20 5/41 Ellen
     
A46:   A zahlt 9fl. 9 kr. 6 14/25 hl., B zahlt 3 fl. 13 kr. 1 11/25 hl.
     
A47:   25 kr. 2 pf.
     
A48:   8 fl. 19 kr. 5 5/7 hl.
     
A49:   770 fl. 59 kr. 3 1/5 hl.
     
A50:   485 fl. 45 kr. 7 hl.
     
A51:   26 kr. 7 25/39 hl.
     
A52:   30 fl. 26 kr. 5 1/3 hl.
     
A53:   7 fl. 22 kr.3 23/39 hl.
     
A54:   9 fl. 5 kr. 1 pf.
     
A55:   28 fl. 34 kr. 2 2/7 hl.
     
A56:   348 fl. 38 kr. 4/5 hl.
     
A57:   57 kr. 3 hl.
     
A58:   28 kr. 4 4/7 hl.
     
A59:   4 fl. 40 kr. 5 187/241 hl.
     
A60:   A. 139 8/9 Klafter und B. 157 2/9 Klafter mittlere Tragweite
     
A61:   56 fl. 18 kr. 5 1/4 hl.
     
A62:   14 fl. 40 kr.
     
A63:   121 fl.36 kr.
     
A64:   21 Mann
     
A65:   Die Stampfzeit muss auf 24 Stunden erhöht werden.
     
A66:   3 kr. 5 1/4 hl. (sehr nahe) - Malaise meint wohl mit "sehr nahe" "näherungsweise".
     
A67:   14 Loth 1 57/64 Quint gerundet 14,5 Loth = 273,75 g immer noch 'ne Monstersemmel. Jetzt könnte man natürlich fragen um wie viel Prozent wurde das Gewicht vermindert? Ja, ich gib ja schon Ruhe. Aber schön wär's doch, wenn man's ausrechnen könnt'.
     
A68:   Täglich 12 Säulenstunden
     
A69:   Er reicht 84 Tage
     
A70:   2798 1/3 Fuß
     
A71:   5 Zentner 25 Pfund 19 Loth 3,6 Quint
     
A72:   3 Pfund 19 Loth 1/2 Quint sehr nahe
     
A73:   Chlorsaures Kali 26 Loth 2 2/3 Quint
Schwefel 13 Loth 1 1/3 Quint
Schwefelantimon 8 Loth
     
A74:   Auf A treffen 266 Mann, auf B 202,4 d.h. 202 Mann, auf C 404,9 d.h. 405 Mann und auf D 300,8 d.h. 301 Mann
     
A75:  

11 Feldwebel haben eine tägliche Löhnung von 330 kr., 23 Sergeanten haben 414 kr. und 45 Corporäle haben 675 kr., d.h. die Feldwebel müssen 3 fl. 47 kr. 1 hl., die Sergeanten 4 fl. 45 kr. 1 hl. und die Corporäle 7 fl. 44 kr. 6 hl. der kosten tragen.

Ein Feldwebel zahlt daher 20 kr. 5 hl., ein Sergeant 12 kr. 3 hl. und ein Korporal 10 kr. 3 hl.

     
A76:   Man braucht 1141 7/8 Pfund Teig, hierzu benötigt man
840 Pfund Mehl
zum Anmachen 173 Pfund 29 Loth Wasser
75 Pfund 15 Loth Sauerteig
19 Pfund 22 Loth Salz
zum Ausarbeuten 32 Pfund 26 Loth Wasser
     
A77:  

Von der Länge der Schanze muß
die 1te Compagnie 47' 6''
die 2te Compagnie 55' 8 4/7''
die 3te Compagnie 36' 7 2/2''
die 4te Compagnie 10# 2 1/7''
vollenden.

     
A78:   28 Pfund 22 Loth 0,3 Quint
     
 
     
Diese Seite wurde zuletzt am Mittwoch 16 September, 2009 18:19 geändert.
© 2002 Wolfgang Appell

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bayerischer Grenadier
 

Mit diesem Bild will ich dir einiges über die Montur eines bayerischen Infantriesoldaten erzählen.

Unter Montur versteht man die gesamte Kleidung eines Soldaten.

Diesen Anzug, den der Grenadier trägt, der so ein wenig wie eine Frack ausschaut, diesen Anzug nennt man einen Spenser.
So einen Spenser trugen alle Gemeinen und Unteroffiziere der K.B. Armee. Wohingegen die Offiziere tatsächlich einen Frack trugen.

Ein Grenadier musste 1842 für einen Spenser 4 fl. 1 kr. an die K.B. Armee löhnen. Das glaubst du nicht? Doch so war es. Er bekam bei Dienstantritt eine vollständige Montur. Er musste sie natürlich auch nicht bar bezahlen, sondern er hatte dann gegenüber der K.B. Armee eine Monturschuld. Für jeden Präsenztag, d.h. jeden Tag da der Soldat Dienst tat, wurden ein paar Kreuzer von der Monturschuld abgezogen. Normalerweise reichte das, um die Monturschuld zu begleichen. Schied der Soldat aber vorzeitig aus dem Dienst aus, musste er den Rest der Monturschuld bar begleichen.

Bevor ich weiter auf Montur und Monturschuld eingehe, möchte ich dir aber den Helm des Grenadiers näher bringen. Man nennt ihn Kaskett. Oben auf dem Helm sitzt die sogenannte Raupe. Sie sollte einerseits schmücken, aber anderseits war der Hauptzweck eigentlich die Energie eines Säbelhiebs zu schlucken.

Ich will dir einmal aufzählen, was alles zur Montur eines solchen Grenadiers gehörte und welche Gebühren er dafür an die K.B. Armee bezahlen musste.

Wichtig ist dabei auch noch die "Tragzeit". Für einen Spenser wie oben war die Tragzeit 3 Jahre, d.h. so ein Spenser sollte 3 Jahre halten. Du willst wissen, was passierte, wenn er vorher verschlissen war? Sorry, darüber gibt das Mathebuch von Prof. Malaise leider keine Auskunft. Aber du kannst ja selber einmal drin blättern. Du findest es bei mir in Mathe-Geschichte.

Tragzeit und Preise der Montur bei der Infantrie

 
Stücke
Jhe.
fl.
kr.
hl.
Rock o. Collet
3
5
45
-
Spenser
3
4
1
-
tuchene Pantalons
2
3
29
-
Halsbinde
3
-
10
-
Hosenträger
6
-
15
-
Paar tuchene Handschuhe
6
-
36
-
Schirmütze
1
1
-
-
leinene Pantalons
1
1
34
-
leinene Kamaschen
3
-
25
-
Hemd
0,55
1
14
-
Unterhose
0,5
-
42
-
Paar Bundschuhe
0,67
3
-
-
Paar Sohlen
0,4
-
36
-
Silbernes Portepee
-
1
24
-
Wollenes Portepee
-
-
20
-
Hut
2
6
4
4
Hut Futteral
2
1
30
-
Hut Cocarde
2
-
10
-
Bärenschweif
6
6
-
-
Casquet, Helm
12
2
43
5
Wollener Schweif
6
1
6
-
Schweif-Riemchen
6
-
3
-
Compagnie-Zeichen
3
-
2
-
Huppe
3
-
28
-
Huppen-Futteral
3
-
8
-
Mantel
6
6
30
-
Mantel Überzug
6
-
20
4
Tornister
12
5
-
-
 

Jetzt kannst du ja mal ausrechnen, was die Monturschuld eines einfachen Grenadiers bei Dienstantritt war.

Wie viel Präsenztage musste er auf dem Buckel haben, damit die Monturschuld getilgt war, wenn die tägliche Monturrate 2 kr. 6 hl. betrug. Er durfte also für jeden Tag Dienst diese Monturrate von seiner Monturschuld abziehen. War er krank oder beurlaubt, durfte er nichts abziehen. Bei einem Unteroffizier betrug übrigens die Monturrate 3 kr. 3 hl.

 
So da ich noch ein wenig Platz auf beiden Hefträndern habe, will ich hier noch wiedergeben was Prof. Malaise über die Versorgungs-Anstalten und Pensionen für bayerische Soldaten schreibt.
 

Versorgungs-Anstalten

 

Zur Versorgung von im Dienste oder durch Alter und Gebrechen untauglich gewordener Unteroffiziere und Soldaten bestehen 3 Versorgungs-Anstalten, nämlich:

1) für Halbinvaliden 2ter Abtheilung, die Garnisons-Compagnien Nymphenburg und Rosenberg;

2) für Real- (gänzliche) Invaliden,

a) Pensionen in zwei Classen nach dem folgenden Regulative,

b) die Veteranen-Anstalt zu Donauwörth und das Invalidenhaus zu Fürstenfeld.

Ad 1. Zu den Garnisons-Compagnien werden jene versetzt, welche zwar zum Liniendienste untauglich, aber noch im Stande sind, Garnisonsdienst zu verrichten. Die Verpflegung mittelst Löhnung, je nach der Charge, Brod und Monturraten ist einerlei mit jener der Infantrie.

Ad 2. a. und b. Auf diese Versorgung haben alle jene Ansprüche, welche wegen im Dienste erhaltener Gebrechen oder wegen Alters nach vieljährigem treuen Dienste zu allen Waffen- und Dienstesgattungen untauglich werden, und im Erwerb des Lebensunterhalts beschränkt sind.

Hiebei ist die Versorgung b. für jene bestimmt, die den Bezug der Pension in ihrer Heimath nicht wünschen, und zwar werden im Invalidenhause Fürstenfeld nur unverehelichte oder kinderlose Wittwer, in der Veteranenanstalt aber die Verheiratheten aufgenommen.

Die Verpflegung im Invalidenhause besteht in Frühstück, Mittagessen und Nachtessen nebst täglich 1 Pfund Brod und 1 Mß. Bier, Kleidung nach Bedarf, freier Wäsche, Wohnung mit Holz, Licht und gutem Bette, ferner Taschengeld anstatt Löhnung und zwar:

der Feldwebel, 1ter Wachtmeister etc. täglich 6 kr.

der Sergeant, 2ter Wachtmeister etc. täglich 4 kr.

der Corporal täglich 3 kr.

und der Gemeine jeder Waffengattung täglich 2 kr.

Die Invaliden sind von allen Diensten, selbst kleinen Hausarbeiten, befreit.

Die Veteranen (in Donauwörth) beziehen, je nach ihrer Charge, Löhnung und Brod wie in der Infantrie; sodann Montur nach bedarf, und überdieß wird ihnen, für den Entgang der besseren Verpflegung im Invalidenhause, eine entsprechnde Zulage Allerhöchstenorts bewilligt. Sie sind ebenfalls dienstfrei.

 
Fortsetzung am linken Rand